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Jahresgespräch mit dem Handel vorbereiten: Welche Zahlen zählen

Was im Jahresgespräch mit dem Handel auf dem Spiel steht, welche Zahlen wirklich zählen und warum ein aufgeräumter Datenstand die Vorbereitung verkürzt.

3 Min. Lesezeit

Für viele Lebensmittelhersteller beginnt im Herbst die Vorbereitung auf die Jahresgespräche mit dem Handel. Dort werden die Konditionen für das kommende Jahr verhandelt: Preise, Rabatte, Werbekostenzuschüsse (WKZ), Aktionen und Listungen. Auf der anderen Seite des Tisches sitzt ein Einkauf, der seine Zahlen in der Regel gut kennt.

Die eigenen Zahlen sind meist ebenfalls vorhanden, nur verteilt: im ERP, in der Buchhaltung, in Händlerportalen, Excel-Dateien und E-Mails vom letzten Jahr. Wer sie erst kurz vor dem Termin zusammensucht, hat wenig Zeit für das, worauf es ankommt: die Argumentation.

Was im Jahresgespräch auf dem Spiel steht

Weil vier Handelsgruppen den Großteil des Lebensmittelumsatzes auf sich vereinen, hängt bei vielen Herstellern ein großer Teil des Geschäfts an wenigen Terminen. Was dort vereinbart wird, gilt meist ein Jahr lang und für die gesamte Menge. Dabei geht es selten nur um den Preis, sondern auch um Aktionen, Platzierung, Neuheiten und Listungen. Wer die eigenen Zahlen kennt, kann in diesem Paket abwägen, statt nur auf Forderungen zu reagieren.

Illustration: Ein aufgeräumter Schreibtisch mit einer geöffneten Mappe, darin einfache Balken- und Liniendiagramme, daneben ein Taschenrechner, ein Stift und eine Kaffeetasse
Eine gute Gesprächsmappe enthält wenige Zahlen, die Sie jederzeit erklären können.Bild: KI-generiert

Was am Ende pro Kunde übrig bleibt

Der Listenpreis sagt wenig über ein Geschäft aus. Entscheidend ist, was nach allen Konditionen, Boni, WKZ und Abzügen übrig bleibt, oft Netto-Netto-Preis genannt. Ein typischer Fall: Ein Kunde wächst im Umsatz, aber die Abzüge wachsen schneller. In der Umsatzliste sieht das nach Erfolg aus, in der Netto-Netto-Sicht nicht. Ähnlich bei Kosten: Öffentliche Zahlen weisen nicht immer in dieselbe Richtung, zuletzt sanken die Erzeugerpreise für Nahrungsmittel, während Erdgas teurer wurde. Überzeugender ist die eigene, belegte Kostenstruktur.

Wie KI und saubere Daten die Vorbereitung verkürzen

Der größte Zeitfresser ist selten das Nachdenken, sondern das Suchen. Ein Dashboard, das Absatz, Konditionen und Abzüge direkt aus ERP und Buchhaltung liest, liefert den Zahlenteil auf Knopfdruck. Für den Textteil hilft die KI Zentrale: Sie fasst Protokolle zusammen, zeigt offene Zusagen und gleicht Belastungsanzeigen mit vereinbarten Konditionen ab, jeweils mit Quellenangabe. Voraussetzung ist ein aufgeräumter Datenstand.

Illustration: Ein Besprechungstisch von oben, auf der einen Seite ein Laptop mit Balkendiagrammen und ein ordentlicher Dokumentenstapel, auf der anderen Seite ein Notizblock und ein kleiner Einkaufswagen mit Produktkartons
Die Zahlen liefert das Dashboard, die KI fasst zusammen. Verhandeln müssen Menschen.Bild: KI-generiert

Wo die Grenzen liegen

Zahlen allein gewinnen kein Gespräch, und verhandeln müssen Menschen. Ziel, Grenze und mögliche Zugeständnisse legen Sie intern fest. Auch rechtlich bleibt Sorgfalt nötig: Für viele kleine und mittlere Hersteller gilt das Agrarorganisationen-und-Lieferketten-Gesetz (AgrarOLkG). Nach § 19 muss der Händler mündlich geschlossene Verträge auf Verlangen in Textform bestätigen, nach § 20 ist es unlauter, Zahlungen für Werbung, Aktionen oder Listungen zu verlangen, die nicht zuvor klar vereinbart wurden. Was das für Ihre Verträge bedeutet, stimmen Sie mit Ihrer Rechtsberatung ab.

Was das für Ihr Unternehmen heißt

Welche Zahlen für Ihre Handelskunden wirklich zählen, wo sie heute liegen und welche Teile der Vorbereitung sich bei Ihnen automatisieren lassen, ist von Hersteller zu Hersteller verschieden. Das lässt sich in einem Artikel nicht seriös klären.

Genau darum geht es im KI-Readiness-Check. In einem persönlichen Video-Call sprechen wir mit Ihnen über Ihre Datenlage und Ihre Vorbereitung auf die Jahresgespräche. Anschließend erhalten Sie einen Readiness-Score, einen schriftlichen Report und einen Kostenrahmen. Das Ganze ist kostenlos und unverbindlich.

Quellen

  1. Bundeskartellamt, 2026 (öffnet in neuem Tab)
  2. Destatis, 2026 (öffnet in neuem Tab)